jung – engagiert – katholisch

Dem Wort Gottes auf der Spur

“So gebt… Gott, was Gott gehört!”

“So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,
und Gott, was Gott gehört!” (Mt 22,21)

Gedanken aus der Homilie zum heutigen Evangelium (Vaterstetten, 16.10.2011):

1.) “Gott, was Gott gehört” -> was gehört Gott?
Gott gehört der ganze Erdkreis, also die Welt. Gott gehört die Schöpfung.
Wir Menschen sind also nicht Besitzer dieser Welt, sie ist nicht unser Eigentum. Wir sind ihr Verwalter.
Entsprechend haben wir mit der Schöpfung, also der Umwelt, umzugehen – sorgsam, wie mit fremdem Eigentum.

2.) “Gott, was Gott gehört” ->
Gott gehört alles, was auf der Erde lebt.
Ps 100,3 – “Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide.”
Also, auch der Mensch gehört Gott. Unser Leben gehört Gott ist nicht unser Eigentum.
-> So sollen wir mit unserem Leben und dem Leben anderer auch umgehen. Wir sind nicht befugt über Anfang und Ende des Lebens zu entscheiden, da es nicht unser eigen ist.
-> Wie behandle ich meinen eigenen Körper? Wie lebe ich?
-> Ich kann nicht einfach selbst entscheiden, was ich mit meinem Leben mache. Es ist notwendig, dass ich auf den Willen Gottes, den Willen des Eigentümers, höre.

3.) In Zusammenhang mit dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl (vom vergangenen Sonntag):
“Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.” (Mt 22,14)
-> Gott ruft alle, aber nicht alle wollen diesen Ruf in aller Konsequenz für ihn leben. -> Nur wenige sind erwählt.
-> Lebe ich mit allen Konsequenzen? Gehöre ich Gott? Trage ich das Hochzeitsgewand für das Festmahl?
-> Möchte ich Gott gehören? Und lebe ich dementsprechend?

Und so malt Gott, der Eigentümer meines Lebens:

“Blauer Frühlingshimmel”
- C. Ruoff – 08.02.2011 -

Jesu erstes Wort…

… war wahrscheinlich “Mama” oder “Abba” (Papa) wie bei (fast) jedem Baby. Aber das ist nicht so wichtig. Viel entscheidender ist, was sein erstes Wort der Verkündigung, seines öffentlichen Wirkens, war (nach Matthäus). Es ist keine Drohung, kein Befehl, kein Vorwurf, keine Aufforderung… nichts dergleichen. Sein erstes Wort ist ganz einfach: “Selig”. Er spricht dieses “selig” in die Gegenwart hinein und spricht es uns zu. Jesus setzt keine Bedingungen, sondern zeigt uns 8 Wege auf, wie wir glücklich (selig) werden. Und das sind die Seligpreisungen:

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
(Mt 5, 3-11)

Ja. Sie fordern heraus diese Wege, weil sie nicht gerade der menschlichen Logik entsprechen. Da heißt es eben nicht “Selig, wer viel Geld hat”, “Selig, wer immer Erfolg hat”, “Selig, wer die besten Noten schreibt”… Nein. “Selig, die arm sind vor Gott” – “Selig, die Trauernden” – “Selig seid  ihr…”
Lassen wir diese Zusage tief in unser Herz hinein und versuchen wir auf diesen Wegen zum Ziel zu kommen. Es ist nicht immer leicht, aber der sicherste Weg zum Vater – zum Himmel. Jesus droht uns nicht, sondern schenkt uns vom ersten Moment, vom ersten Wort an Wege des Glücks. “Wer glaubt wird selig!”

/Grundgedanken der Predigt von Pfr. Merkle zum heutigen Sonntag in eigene Worte gefasst/

“Was habt ihr denn sehen wollen…?” (Mt 11,7)

“Was habt ihr denn sehen wollen,
als ihr in die Wüste hinausgegangen seid?”(Mt 11,7)
- in die Wüste -


wo ich nur überleben kann, wenn ich nicht am Gestern festhalte und über das Morgen grüble,
sondern eben nur, wenn ich im Hier und Jetzt, im gegenwärtigen Augenblick lebe

– in die Wüste -
Ort des Todes, wenn ich mich alleine verirre,
aber auch Ort des Lebens, wenn ich vertraue
und mit anderen um das Überleben kämpfe
und zur Oase finde

– in die Wüste -
Ist nicht allzu oft die Welt um uns herum in unserer Zeit wie eine Wüste?
wüst und leer
arm an Liebe und Geborgenheit – der Nahrung der Seele
ein karger Boden, auf dem kaum mehr etwas Gutes wachsen kann
nur noch Gestrüpp, das den guten Keim erstickt
 

“Was habt ihr denn sehen wollen,
als ihr in die Wüste hinausgegangen seid?”(Mt 11,7)
- was habt ihr sehen wollen? -
was hast du dort erwartet?
was wolltest du dort?
was hast du gesucht?
warum bist losgezogen?
was treibt dich an?
wozu?

“Was habt ihr denn sehen wollen,
als ihr in die Wüste hinausgegangen seid?”(Mt 11,7)


- als ihr hinausgegangen seid -

HINAUSgegangen
heraus aus dem Vertrauten auf den Weg hinaus in die Wüste, das Ungewisse

hinausGEGANGEN
Schritt für Schritt
zum Ziel

aufgebrochen und losgezogen


“Was habt ihr denn sehen wollen,
als ihr in die Wüste hinausgegangen seid?”(Mt 11,7)
- Was wollt ihr?

– Meister, wo wohnst du?
- Kommt und seht!” (Joh 1,38f)

[CR – 09/10.12.2010]

“Und das Wort ist Fleisch geworden”

Es ist zwar noch nicht Weihnachten… Wir stehen ja erst am Anfang der Adventszeit. Und doch möchte ich hier ein paar Gedanken zu den so weihnachtlichen Worten teilen.
“Und das Wort ist Fleisch geworden”

Ja, wie sehr müssen wir dann nicht auf unsere Wort Acht geben.
Worte haben etwas Schöpferisches, haben Schöpferkraft, lassen uns am Werk Gottes mitbauen.
Ja, Worte können aufbauen, aber auch zerstören. Wissen und erfahren wir das nicht alle, wie verletzend Worte sein können. Da genügt ein einziges, um das Vertrauen eines Menschen zu nichte zu machen.

“Und das Wort ist Fleisch geworden”

“Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.”

Worte werden Wirklichkeit.
Was gesagt ist, ist gesagt und lässt sich nicht mehr zurücknehmen.
So nimmt auch Gott Sein Wort nicht zurück, Er hält es und schickt Es auf die Erde – Jesus Christus.

“Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.”

Im Wort hat alles seinen Anfang.
Worte entscheiden, ob etwas ist und was es ist.
Der Mensch braucht für alles eine Bezeichnung, ein Wort.
Es gibt nichts, was kein Wort, keinen Namen hat.

Im Wort hat alles seinen Anfang.
Sind wir uns bewusst, was Worte alles bewirken?
Wie sehr unsere Worte die Welt verändern?

“Und das Wort ist Fleisch geworden”

Für das Göttliche, für Gott findet der Mensch keine angemessenen Worte.
Kein Wort ist groß genug, um Seine Größe und Allmacht auszudrücken.
Uns bleibt nur das Staunen und das wortlose Verweilen vor Ihm.
Es gibt kein Wort, das nicht Er schon kennt, noch ehe wir es gedacht haben.

“Und das Wort ist Fleisch geworden”
“…sprich nur ein Wort [ein einziges], so wird meine Seele gesund!”

Wenn der Herrgott ein Wort spricht, genügt ein einziges, um uns heil zu machen und Heil zu bringen.

CR – 07.01.2010

“Die auf das Mysterium des Kreuzes Christi…

gegründete Religion kann durch keinerlei Grausamkeit zerstört werden. Die Kirche wird durch Verfolgungen nicht gemindert, sondern gemehrt, und der Acker des Herrn kleidet sich reicher mit Frucht, wenn die Weizenkörner einzeln in die Erde fallen und dann vervielfacht aufgehen.”
Leo der Große (um 400-461; Papst und Kirchenlehrer)
Was für tröstende Worte von Papst Leo im 5. Jahrhundert, die auch heute an uns gerichtet sind. Die Verfolgungen werden die Kirche nicht zerstören, sondern nur noch stärker machen.
Erst vergangenen Sonntag haben wir folgende Worte im Evangelium gehört:

“Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.” (Lk 21,12-19)

Und auch folgendes hat Jesus seinen Jüngern, also auch uns, gesagt:

“Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten.” (Joh 15,20)

Psalm 116

Ich liebe den Herrn;
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt
an dem Tag, als ich zu ihm rief.

Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich befielen die Ängste der Unterwelt,
mich trafen Bedrängnis und Kummer.

Da rief ich den Namen des Herrn an:
”Ach, Herr, rette mein Leben!”
Der Herr ist gnädig und gerecht,
unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen;
ich war in Not und er brachte mir Hilfe.
Komm wieder zur Ruhe, mein Herz!
Denn der Herr hat dir Gutes getan.
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen,
meine Tränen getrocknet, meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.

So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn
im Land der Lebenden.

/Psalm 116, 1-9/

„Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden“

Sel. Teresa von Kalkutta (1910 – 1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
- No Greater Joy

Für jede Krankheit gibt es mehrere Medikamente und Behandlungsarten. Aber solange sich keine sanfte, dienstbereite Hand und kein großes zur tätigen Liebe bereites Herz anbieten, kann, so glaube ich, eine so schreckliche Krankheit, wie es der Mangel an Liebe ist, nie geheilt werden.

Keiner von uns hat das Recht zu verurteilen – wen auch immer. Selbst dann nicht, wenn wir Menschen sehen, die Schiffbruch erleiden, ohne zu wissen warum. Fordert uns Jesus nicht auf, keinen zu verurteilen? Vielleicht haben auch wir Schuld, dass diese Menschen so geworden sind, wie sie jetzt sind. Wir müssen begreifen, dass sie unsere Schwestern und Brüder sind. Der Leprakranke da, der Trunksüchtige, der Kranke – sie sind unsere Brüder, weil auch sie für eine größere Liebe geschaffen worden sind. Das dürfen wir nie vergessen. Jesus Christus selber identifiziert sich mit ihnen, wenn er sagt: “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan”(Mt 25,40). Und vielleicht sind diese Menschen, die ohne jede Zuwendung und Liebe sind, deswegen gestrandet, weil wir ihnen unsere Fürsorge und Anteilnahme verweigert haben. Dem Armen gegenüber, der leidet, sei sanft, unendlich sanft! Wir wissen so wenig, was er gerade durchmacht. Am schwersten ist es, wenn man nicht angenommen wird.

Quelle: Kommentar zum Tagesevangelium vom 21.06.2010

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