jung – engagiert – katholisch

Gebete und Gedanken

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt!

Jesus am Kreuz (Groß St. Martin, Köln)

Jesus am Kreuz mit seiner Mutter Maria und Johannes
(Groß St. Martin, Köln; Foto: C. Ruoff, 2011)

Der König siegt, sein Banner glänzt,
geheimnisvoll erstrahlt das Kreuz,
an dessen Balken ausgereckt
im Fleisch des Fleisches Schöpfer hängt.

Geschunden hängt der heil’ge Leib,
vom scharfen Speere roh durchbohrt,
uns rein zu waschen von der Schuld,
strömt Blut und Wasser von ihm aus.

Erfüllt ist nun, was David einst
im Liede gläubig kundgetan,
da er im Geiste prophezeit':
Vom Holz herab herrscht unser Gott.

O elder Baum in hehrem Glanz,
von königlichem Purpur rot,
du werter, du erwählter Stamm,
du trägst den Löspreis der Welt.

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt,
du einz’ge Hoffnung dieser Welt.
Den Treuen schenke neue Kraft,
den Sündern tilge alle Schuld.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt;
du hast uns durch das Kreuz erlöst:
Bewahre uns in Ewigkeit. Amen.

Hymnus zur Vesper in der Karwoche
(aus dem Studenbuch – Teil Fastenzeit und Osterzeit)

O crux, ave spes unica!

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt, du einz’ge Hoffnung dieser Welt.
(Foto: C. Ruoff, 2012)

“Gekannt – Geliebt – Erwartet”

- Von der Berufung eines jeden Menschen

Volto Santo - Manoppello

(c) C. Ruoff, 2012

Du bist kein Zufall,
keine Laune der Natur,
Du bist auch mehr
als eine “Zulassung” Gottes…
denn Du bist gekannt, geliebt und erwartet
von Gott und all seinen Freunden.

Auch deine Eltern
haben “Ja” zu Dir gesagt –
ob freudig,
ob mit schwerem Herzen…?
Gott aber wollte Dich, so wie Du bist,
und er will Dich immer noch!

Ob Du dem Ideal der Mode entsprichst,
oder auch nicht –
Du bist zeitlos schön und kostbar
in den Augen dessen,
der Dir das Leben gab
und eine unsterbliche Seele…

Er schenkte Dir alle Fähigkeiten,
die notwendig sind zur Entfaltung
Deiner ureigenen Berufung:
Du bist etwas,
Du kannst etwas,
Du wirst gebraucht,
Du bist einmalig!

Darum darfst und sollst Du
auch zu Dir selber “Ja” sagen:
Dich entdecken,
Dich entwickeln,
Dich verbrauchen…
für die einzigartige Aufgabe,
die nur Dir gegeben ist,
und die kein anderer so wie Du
erfüllen kann.

Nimm Dich also an,
so wie Gott Dich geschaffen hat!
Das ist gesunde Selbstliebe,
die  Voraussetzung dafür,
dass Du auch andere bejahen,
annehmen und lieben kannst.
Und nur so vermagst Du
DEN wirklich zu lieben,
der die Liebe IST
und der Dich mit Sehnsucht erwartet.

Nimm aber auch das Schwere an –
Du brauchst es!
Du brauchst auf dieser Erde
Müdigkeit, Mangel und Krankheit…
sowie die Grenzen von Intelligenz und Erfolg,
um reif zu werden
für das Glück und die Liebe ohne Grenzen,
die in der Ewigkeit für dich bereit sind.

W.W.

aus: “Gekannt, Geliebt, Erwartet – Leben aus dem Glauben” von P. Winfried Wermter, Regensburg, 2009, S. 154f.

In der Zwischenzeit

Seit meinem letzten Eintrag sind historische Stunden und Momente vergangen. Papst Benedikt XVI. ist zurückgetreten. Schon bei der Bekanntgabe schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe. Auch ich war in diesen Tagen mit den ergreifenden Momenten seines Abschiedes nach Castel Gandolfo beschäftigt. Selbstverständlich haben wir uns hier gemeinsam am großen Bildschirm die letzte Generalaudienz und die Verabschiedung von den Kardinälen angeschaut sowie am Abend schließlich die Abfahrt von Rom und die Ankunft in Castel Gandolfo.

Ich muss gestehen, dass mich dieser “Hype” um “das letzte Mal das und das letzte Mal jenes” anfangs etwas gestört hat. Aber nachdem ich nun eben seinen so bescheidenen und demütigen Abschied verfolgt habe, kann ich sagen, dass er mir in seiner stillen, einfachen Art in diesen Tag im Herzen viel näher gekommen ist als zuvor. Nicht, dass mich Papst Benedikt XVI. so gar nicht interessiert hätte oder für mich total egal gewesen wäre. Aber irgendwie spüre ich seit seinem Abschied eine größere Verbundenheit.

Gerne möchte ich mich jetzt neu und vertiefter mit seinen Werken, die er uns hinterlassen hat, beschäftigen. Ich spüre neu, welch großer Schatz hier noch für mich zu heben ist. Zumal ich in letzter Zeit wieder neu meinen Glauben hinterfrage. Da scheint mir Benedikt XVI, durch seine Art Glaube und Vernunft zusammenzubringen eine große Quelle zu sein, aus der ich schöpfen darf, um den Glauben an Christus neu zu entdecken.

Danke, Papa emerito, für deine Art uns immer und immer wieder neu auf Christus und sein Wort zu verweisen!

Unter anderem auch wegen dieser Ereignisse kam ich also zum Ende der vergangenen Woche nicht mehr zu den Betrachtungen zur Fastenzeit. Zu vieles andere hatte mich beschäftigt.Stattdessen möchte ich an dieser Stelle das eine oder andere teilen, was mich in dem Reigen der Rückblicke und Danksagungen besonders angesprochen hat.

Zum einen das schöne digitale “Fotoalbum” zum Pontifikat von Papst Beneditk XVI. auf der Seite des Vatikan, das man hier anschauen kann: http://www.vatican.va/bxvi/omaggio/index_ge.html

Und zum zweiten den bewegenden “Abschiedsbrief” der Redaktion von katholisch.de. Es lohnt sich ihn zu lesen:
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/130228_papst_ruecktritt_brief_katholisch_de.php

Nun befinden wir uns also in der Zwischenzeit zwischen Benedikt und … (wir werden sehen)

“Den Weg des Glaubens verstehen”

Nach einer längeren ungeplanten Blogpause und reichlich verspätet möchte ich heute den Vortrag “Den Weg des Glaubens verstehen” von Pfr. Klemens Armbruster empfehlen, den er im Rahmen des Studientages Neuevangelisierung im Priesterseminar Augsburg (19.01.2013) gehalten hat.

Ich kann nur sagen: “Ein wunderbarer, tiefgründiger und zu gleich unterhaltsamer Vortrag!” Wirklich sehr empfehlenswert ihn anzuhören. Pfr. Klemens Armbruster hat hier vieles von dem beschrieben und mit Informationen untermauert, was schon seit mehreren Jahren auch meine Meinung ist: es braucht Angebote, mit denen Erwachsene(!) neu an den Glauben herangeführt werden – Wege erwachsenen Glaubens.

(Quelle: http://www.horeb.org/xyz/podcast/s_event
/2013-01-19_Studientag_zur_Neuevangelisierung_Vortrag_Armbruster.mp3)

Vakante Diözesen und Thérèse von Lisieux

Heute sind zwei weitere deutsche Diözesen vakant geworden. Somit sind also derzeit vier Bistümer – Regensburg, Passau, Erfurt und Dresden-Meißen – ohne Bischof.

Am Festtag der Hl. Thérèse von Lisieux möchte ich gerne mit ihr für alle Priester und Bischöfe, sowie die neuen Oberhirten, denen von Papst Benedikt XVI. dieser Dienst aufgetragen werden wird, beten:

O Jesus, ewiger Hoherpriester,
bewahre deine Priester im Schutze deines Heiligsten Herzens,
wo ihnen niemand schaden kann.

Bewahre unbefleckt ihre gesalbten Hände,
die täglich deinen heiligen Leib berühren.
Bewahre rein die Lippen,
die gerötet sind von deinem kostbaren Blute.
Bewahre rein und unirdisch ihr Herz,
das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen deines glorreichen Priestertums.

Laß sie wachsen in der Liebe und Treue zu dir
und schütze sie vor der Ansteckung der Welt.
Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und Wein
auch die Wandlungskraft über die Herzen.
Segne ihre Arbeiten mit reichlicher Frucht
und schenke ihnen dereinst
die Krone des ewigen Lebens. Amen.

(c) Schwestern von Jerusalem: Heilige Messe mit Weihbischof em. Klaus Dick
und den Reliquien der Hl. Thérèse von Lisieux
am 19.09.2012 in Groß St. Martin, Köln

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

 

“Hat der Herr jemals an einer Stelle des Neuen Testaments verheißen, daß seine Anhänger eine große, prächtige, einflußreiche und mächtige Weltreligion sein werden? Hat Er nicht deutlich gesagt: ‘Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen (Joh 15,20).’ Dann ist da noch das Wort: ‘Fürchte dich nicht, du kleine Herde (Lk 12,32).’ Eines lehrt uns jedenfalls die Kirchengeschichte: Immer wenn die Kirche äußerlich klein und schwach war, dann war sie innerlich stark und imstande, eine große Zahl von Martyrern und Bekennern und andere Heiliger hervorzubringen. Immer jedoch, wenn die Kirche äußerlich zahlreich, mächtig und reich war und ihre Mitglieder sich kaum noch von ihrer nichtchristlichen Umwelt unterschieden, dann traf auf sie das Wort Jesu zu: ‘Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es dann salzen? Es taugt zu nichts weiter, als daß es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten wird (Mt 5,13).’ ” (s. 361-362)
(‘Reichtum für alle – Die Bedeutung der ostkirchlichen Spiritualität für das westliche Christentum’ – Vortrag von P. Dr. Gregor Hohmann OSA, gehalten in Salzburg am 06.10.1999, anlässlich der 75-Jahr-Feier der Catholica Unio; In: Der christliche Osten, 1999/6, S. 361-368)
– Den gesamten Vortrag kann man hier nachlesen.

Dieser Gedanke könnte heute angesichts der aktuellen Situation formuliert worden sein. Tatsächlich hatte P. Dr. Gregor Hohmann OSA das bereits vor 13 Jahren gesagt. Aber es muss auch heute immer wieder gesagt werden… Mit den Worten des Heiligen Paulus klingt das so:

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.”
(2 Kor 12,10)

Es ist wohl Zeit, dass die Kirche in Deutschland wieder äußerlich schwach und arm wird, um erneut die Kraft des Glaubens entfalten und den Schatz, den sie in sich birgt, heben zu können.

 

Im Herzen der Kirche die Liebe sein

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
(1 Kor 13,1-13)

Quelle: Commons Wikipedia

Mit den Brüdern und Schwestern von Jerusalem freue ich mich auf die Ankunft der Reliquien der Hl. Thérèse von Lisieux hier in Groß St. Martin. Diese Perikope aus dem Brief an die Korinther, den wir heute in der Heiligen Messe hören werden, passt so gut wie kaum ein anderer Text zur kleinen Thérèse, die selbst einmal sagte:


Im Herzen der Kirche, meiner Mutter,
werde ich die Liebe sein,

so werde ich alles sein!

 

Bei der Auslegung der Bibelstelle durch einen Bruder beim Mittagsgebet hat mich ein Gedanke besonders angesprochen. Ich versuche ihn in eigenen Worten wiederzugeben:

Ohne die Liebe ist alles, wirklich alles (auch die Bräuche der Kirche, die Liturge… mein Tun, mein Denken…) nichts. Das Wesen des Christentum lässt sich nur von der Liebe her verstehen.

Ich musste an die endlosen Diskussionen denken, durch die versucht wird die Kirche zu reformieren und die doch nur Spaltung und Uneinigkeit hinterlassen. Hier in diesem Abschnitt ist -meiner Meinung nach- die Antwort auf die Frage, wie die Kirche wieder lebendig, anziehend, modern… sein kann:

Lieben

- und zwar nicht nach dem Motto “Sex, Drugs and Rock ‘n’ Roll”, sondern so wie Jesus uns geliebt hat.
Wie diese Liebe ist, beschreibt Paulus sehr eindrücklich:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Wie ist unsere Liebe? Gehen wir als Jünger Jesu mit gutem Beispiel voran?
Lieben wir Gott, den Mitmenschen, die Kirche…, so wie er uns geliebt hat?

Hl. Thérèse von Lisieux, bitte für uns!

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Leistung ohne Liebe macht brutal.
Urteilsfähigkeit ohne Liebe macht unweise.
Wahrheit ohne Liebe macht eitel.
Können ohne Liebe macht egoistisch.
Eifer ohne Liebe macht eifersüchtig.
Vergebung ohne Liebe macht nachtragend.
Erfolg ohne Liebe macht einsam.
Leiden ohne Liebe macht bitter.
Überlegenheit ohne Liebe macht ironisch.
Spontaneität ohne Liebe macht unduldsam.
Gehorsam ohne Liebe macht sklavisch.
Leben ohne Liebe ist sinnlos.
(Günther Lazik)

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Liebt einander!

(Joh 13,34)
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