jung – engagiert – katholisch

Im Herzen der Kirche die Liebe sein

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
(1 Kor 13,1-13)

Quelle: Commons Wikipedia

Mit den Brüdern und Schwestern von Jerusalem freue ich mich auf die Ankunft der Reliquien der Hl. Thérèse von Lisieux hier in Groß St. Martin. Diese Perikope aus dem Brief an die Korinther, den wir heute in der Heiligen Messe hören werden, passt so gut wie kaum ein anderer Text zur kleinen Thérèse, die selbst einmal sagte:


Im Herzen der Kirche, meiner Mutter,
werde ich die Liebe sein,

so werde ich alles sein!

 

Bei der Auslegung der Bibelstelle durch einen Bruder beim Mittagsgebet hat mich ein Gedanke besonders angesprochen. Ich versuche ihn in eigenen Worten wiederzugeben:

Ohne die Liebe ist alles, wirklich alles (auch die Bräuche der Kirche, die Liturge… mein Tun, mein Denken…) nichts. Das Wesen des Christentum lässt sich nur von der Liebe her verstehen.

Ich musste an die endlosen Diskussionen denken, durch die versucht wird die Kirche zu reformieren und die doch nur Spaltung und Uneinigkeit hinterlassen. Hier in diesem Abschnitt ist -meiner Meinung nach- die Antwort auf die Frage, wie die Kirche wieder lebendig, anziehend, modern… sein kann:

Lieben

- und zwar nicht nach dem Motto “Sex, Drugs and Rock ‘n’ Roll”, sondern so wie Jesus uns geliebt hat.
Wie diese Liebe ist, beschreibt Paulus sehr eindrücklich:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Wie ist unsere Liebe? Gehen wir als Jünger Jesu mit gutem Beispiel voran?
Lieben wir Gott, den Mitmenschen, die Kirche…, so wie er uns geliebt hat?

Hl. Thérèse von Lisieux, bitte für uns!

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Leistung ohne Liebe macht brutal.
Urteilsfähigkeit ohne Liebe macht unweise.
Wahrheit ohne Liebe macht eitel.
Können ohne Liebe macht egoistisch.
Eifer ohne Liebe macht eifersüchtig.
Vergebung ohne Liebe macht nachtragend.
Erfolg ohne Liebe macht einsam.
Leiden ohne Liebe macht bitter.
Überlegenheit ohne Liebe macht ironisch.
Spontaneität ohne Liebe macht unduldsam.
Gehorsam ohne Liebe macht sklavisch.
Leben ohne Liebe ist sinnlos.
(Günther Lazik)

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