jung – engagiert – katholisch

Ich glaube… – Ich glaube ‘an’…

Hier mein neuester Artikel zum Jahr des Glaubens (in voller Länge):

Es heißt nicht: ‘Ich glaube an die heilige Kirche’, ‘an die Nachlassung der Sünden’, ‘an die Auferstehung des Fleiches…’ Bei den Ausdrücken, durch die der Glaube über die Gottheit bestimmt wird, heißt es: ‘Ich glaube an Gott den Vater, an Jesus Christus seinen Sohn und an den Heiligen Geist.’ Bei den übrigen Glaubenssätzen aber, wo nicht von der Gottheit, sondern von den Geschöpfen und den Geheimnissen die Rede ist, wird das Wörtchen ‘an‘ nicht beigefügt: es wird also nicht gesagt ‘an eine heilige Kirche’, sondern ‘eine heilige Kirche’ sei zu glauben, nicht so, wie Gott geglaubt wird, sondern als die für Gott versammelte Gemeinschaft… Durch Setzung des Wörtchens ‘an‘ wird der Schöpfer von den Geschöpfen unterschieden, das Göttliche vom Menschlichen getrennt.
/Rufinus von Aquileja/
(aus: Heilmann, Alfons (Hrsg.): Texte der Kirchenväter – Band IV, München, 1964, S. 63)

Diesen Text aus der Patristik habe ich vor ein paar Tagen gelesen. Mir ist dadurch dieser feine Unterschied zwischen ‘ich glaube an …’ und ‘ich glaube…’ das erste Mal aufgefallen. Als ich wegen einer anderen Frage einen Blick in den Youcat warf, fiel mir genau das erneut auf. Dort steht beispielsweise auf S. 93 ‘Ich glaube… die Vergebung der Sünden’ und ‘Ich glaube… die Auferstehung der Toten’.

Trotz der Interpretation des Rufinus von Aquileja wie oben zitiert tue ich mich noch schwer mit dieser neuen Entdeckung. Zu gewohnt ist es wohl, dass dem Verb ‘glauben’ in der Regel ein ‘an’ folgt. Da kann man dann im Alltag und in der säkularen Welt an alles Mögliche und Unmögliche glauben: an den Weihnachtsmann, an den Weltuntergang, an die Selbstheilung der Natur… und aber vor allem anderen an Gott den Vater, an Jesus Christus und an den Heiligen Geist. Ich bin also überzeugt davon, dass es das gibt oder dass das eintriff, woran ich glaube.

Nun, dann kann man noch sagen ‘ich glaube dir’. Ich glaube einer Person oder einem Umstand. Da kann man den Nachrichten und Vorhersagen ‘Glauben schenken’ oder dem Nachbarn und Freunden glauben. Ich schenke dann also demjenigen oder der Sache mein Vertrauen.

Aber was beschreibt die Formulierung ‘ich glaube … die Auferstehung der Toten’ oder ‘ich glaube … die heilige katholische Kirche’. Ich kann es tatsächlich noch kaum fassen, worin hier konkret der inhaltliche Unterschied zu ‘ich glaube an die heilige katholische Kirche’ liegt. Bleibt es dann eher eine formale, eine orthographische Absetzung zwischen Schöpfer und Geschöpf?

Zur Erfassung der Tiefe dieses feinen Unterschiedes braucht es wohl noch eine weitergehende persönliche Betrachtung, die zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden wird – dann wohl eher im Verborgenen.
Wie versteht ihr denn diese sprachliche Unterscheidung? Habt ihr eine Idee dazu? Kann mir hier jemand weiterhelfen?

Hier noch eine gute Ausführung von sophophilo auf diesen Post im Blog zum Jahr des Glaubens hin. Sehr lesenswert! Vielen Dank.

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