jung – engagiert – katholisch

Fastenzeit

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt!

Jesus am Kreuz (Groß St. Martin, Köln)

Jesus am Kreuz mit seiner Mutter Maria und Johannes
(Groß St. Martin, Köln; Foto: C. Ruoff, 2011)

Der König siegt, sein Banner glänzt,
geheimnisvoll erstrahlt das Kreuz,
an dessen Balken ausgereckt
im Fleisch des Fleisches Schöpfer hängt.

Geschunden hängt der heil’ge Leib,
vom scharfen Speere roh durchbohrt,
uns rein zu waschen von der Schuld,
strömt Blut und Wasser von ihm aus.

Erfüllt ist nun, was David einst
im Liede gläubig kundgetan,
da er im Geiste prophezeit':
Vom Holz herab herrscht unser Gott.

O elder Baum in hehrem Glanz,
von königlichem Purpur rot,
du werter, du erwählter Stamm,
du trägst den Löspreis der Welt.

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt,
du einz’ge Hoffnung dieser Welt.
Den Treuen schenke neue Kraft,
den Sündern tilge alle Schuld.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt;
du hast uns durch das Kreuz erlöst:
Bewahre uns in Ewigkeit. Amen.

Hymnus zur Vesper in der Karwoche
(aus dem Studenbuch – Teil Fastenzeit und Osterzeit)

O crux, ave spes unica!

O heil’ges Kreuz, sei uns gegrüßt, du einz’ge Hoffnung dieser Welt.
(Foto: C. Ruoff, 2012)

Feindesliebe

 “Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.”  /Lk 6,27-28/

In der heutigen Betrachtung lesen wir die Stelle, in der Jesus sehr eindrücklich und sehr konkret zur Feindesliebe aufruft. (vgl. Lk 6,27-36)

Als Impuls zur Perikope schreibt P. Winfried unter anderem:

Feindesliebe ist konkret. Es geht darum, unabhängig vom bösen und ungerechten Verhalten des anderen zu sein, ihm Gutes zu tun, ihn zu segnen und ehrlich für ihn zu beten…

Mir fällt hier auf, dass es darum geht, dass meine Liebe unabhängig ist vom Verhalten des anderen. Jesus fordert, dass wir allen Gutes tun, alle segnen und für alle beten ganz gleich wie der andere sich benimmt oder wie wir ihn sehen.

Dazu fällt mir eine Redensart der Geistlichen Familien vom Heiligen Blut ein:

als Erstes lieben
alle lieben
lieben bis zum Blut

Darum geht es auch hier. Alle lieben – bis zum Blut, das heißt bis es schmerzt, bis zur Grenze der Sünde.

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

“Denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt”

“… denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.” /Lk 19,44/

In der heutigen Betrachtung (3. Dienstag) sieht Jesus auf Jerusalem. Während er mit den Jüngern der Stadt immer näher kommt, weiß er bereits, was sich dort ereignen wird, wie sich der Plan Gottes vollenden wird. Jesus sieht die Stadt und weint, da die Menschen seiner geliebten Heimat die Gnade Gottes ablehnen. (vgl. Lk 19,41-44)

“… denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.” /Lk 19,44/

Dieser Satz hat mich heute in der Betrachtung getroffen. Ich habe mich ganz persönlich angesprochen gefühlt. Ja, ich habe die Zeit der Gnade nicht erkannt. Wir leben doch auch jetzt in einer Zeit der Gnade. Wir warten auf das Kommen Jesu und gerade jetzt in diesen Wochen bereiten wir uns in der Fastenzeit auf den Tod und die Auferstehung Jesu vor. Es ist eine Zeit der Gnade. Und was mache ich daraus?

Für mich ist dieser eine Satz des heutigen Abschnittes ein Aufruf zur Umkehr. Wie kann ich Jesus eine Freude machen? Wie kann ich diese Gnade, die Gott mir schenken möchte, wahrnehmen? Hier werde ich aufgerüttelt und eingeladen mich im Sakrament der Buße und der Versöhnung von Gott mit seiner überreichen Gnade und Barmherzigkeit beschenken zu lassen. Und für mich persönlich ist es auch die Einladung mich neu auf den Glauben an Christus einzulassen. IHN in mein Leben zu lassen.

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

Man konnte ihn nicht bändigen, …

… nicht einmal mit Fesseln. /Mk 5,2/

In der heutigen Betrachtung (2. Mittwoch) wird von einem Besessenen erzählt, den Jesus befreit. Der Name des Dämon ist Legion. Jesus erlaubt ihnen auf ihre Bitte in eine Schweineherde hineinzufahren, die sich daraufhin den Abhang hinunterstürzt. Die Leute, die davon erfahren, bitten Jesus darauf ängstlich ihre Gegend zu verlassen. (siehe Mk 5,1-17)

Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln. /Mk 5,2/

Es gibt auch in meinem Leben Einflüsse der gegnerischen Seite, dämonische Einflüsse – sei es durch Computer oder andere Versuchungen. Ich spüre oft selbst, dass etwas nicht stimmt. Und ich versuche immer wieder gegen das eine oder andere mit eigenen Kräften anzukommen. Etwas an den Gewohnheiten und Verhaltensweisen, die mir nicht gut tun, zu ändern. Ja, ich versuche ihnen die Fesseln anzulegen und sie zu bändigen. Aber diese Einflüsse des Teufels lassen sich nicht so einfach bändigen und in Fesseln legen. Das wird uns in der Bibelstelle sehr eindrücklich geschildert. Sie zerreissen die Ketten und führen zu Zerstörung, Selbsthass, Tod.

Nur Jesus hat die Macht von diesen Einflüssen, von Dämonen zu befreien. Nur Er hat die göttliche Vollmacht mich von den Ketten des Bösen, die mich von einem erfüllten, glücklichen Leben abhalten, zu befreien. Er allein kann mir ein neues Leben schenken.

Dank sei Dir, Herr, dass Du befreist und wirklich Heilung schenkst! Mach mich bereit, diese Gnade auch anzunehmen und mich mit dieser neuen Freiheit beschenken zu lassen – ohne in die alte Sklaverei zurückzukehren! Lob und Preis sei Dir!

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

“Warum habt ihr solche Angst?”

In der heutigen Betrachtung (2. Dienstag) lesen wir, wie Jesus mitten im tobenden Sturm auf dem Boot schläft und die verängstigten Jünger ihn wecken. Woraufhin Jesus den Sturm zum Schweigen bringt und sich über den kleinen Glauben seiner Jünger wundert. (siehe Mk 4,35-41)

“Warum habt ihr solche Angst?” /Mk 4,40/

Ich fühle mich von dieser Frage sehr persönlich angesprochen. “Warum hast du solche Angst?” Ja, auch ich habe immer wieder Angst. Angst zu versagen. Angst nicht gut genug zu sein. Angst dieses oder jenes nicht zu schaffen. Angst verlassen zu werden. Angst nicht geliebt zu werden. Angst vor der Aufgabe, die sich mir stellt. Angst… Angst… Angst… Und schauen wir uns um, dann spüren wir, dass auch unsere Gesellschaft geprägt ist von Angst und daraus begründet dem unentwegten Suchen nach Schutz und Sicherheit.

Ich habe Angst. Ja. Und das ist generell nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil. Angst, die begründet ist, hilft uns zu überleben. Doch derjenige, der mir in meinem Alltag und inmitten all meiner Ängste Sicherheit und Geborgenheit schenkt, das ist Jesus. “Wenn Er an Bord ist, geht das Schiff nicht unter!” – schreibt P. Winfried als Impuls zur Betrachtung.

Am vergangenen Samstag hat der Priester in der Hl. Messe auch zum Thema Angst gepredigt. An einer Stelle meinte er dem Sinn nach: ‘Tapfer kann nur sein, wer zu seiner Angst steht und durch sie hindurch geht.’ Es geht also nicht darum, dass wir keine Angst mehr haben dürfen. Nein. Sondern, dass wir diese Angst annehmen, zu ihr stehen und dann durchgehen. Lassen wir uns also nicht von unseren Ängsten den Alltag und das Leben bestimmen, sondern vertrauen wir auf Jesus Christus, der in all unseren Sorgen und Ängsten bei uns ist und Frieden schenkt! Ja, “wenn Er an Bord ist, geht das Schiff nicht unter!”

[PS: Das gilt auch oder sogar noch viel mehr für die Kirche. Ich habe keine Angst, dass die Kirche untergehen könnte. Er wird uns den Papst schenken, der jetzt “dran” ist. Schenken wir Ihm das Vertrauen und bringen wir Ihm die Kardinäle, die die Entscheidung über den Nachfolger Petri treffen werden!]

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

Als Jesus ihren Glauben sah,…

… sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.”
/Mk 2,5/

Gerade darf ich für die Zeit meiner Bachelorarbeit bei Schwestern mitwohnen. In der Fastenzeit steht eine tägliche gemeinsame Bibelbetrachtung auf dem Programm. (Material dafür ist das Heft “Jesus kennen und lieben lernen” von P. Winfried Wermter FSS; zu beziehen über www.blut-christi.de – Heute: 2. Montag)

Heute haben wir die Perikope betrachtet, die von der Heilung des Gelähmten erzählt, dessen Freunde ihn mit viel Mühe durch das Dach ließen. Dort heißt es eben an einer Stelle:

“Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.”
/Mk 2,5/

Wir kennen die vielen Situationen, in denen Jesus heilt, aufgrund des Glaubens des Bittenden. Hier jedoch heilt Jesus, als er den Glauben der Männer sah. Nicht der Glaube des Gelähmten war hier das Entscheidende – über den Gelähmten selbst erfahren wir in dieser Perikope nur, dass er tut, was Jesus ihm sagt -, sondern vielmehr der Glaube und das Vertrauen, seiner Freunde, die keine Mühe gescheut haben, um ihn zu Jesus zu bringen.

Mich hat das sehr angesprochen und mir neu bewusst gemacht, wie wichtig mein Einsatz für andere ist. Auch wenn es um die Sündhaftigkeit des anderen geht. Mein stellvertretender Einsatz, mein stellvertretendes Gebet, meine Bitte, mein Eintreten bei Jesus für den anderen, kann diesem bereits Heilung schenken. Selbstverständlich entbindet das den anderen nicht generell vom Bekenntnis seiner Sünden. Aber diese Szene verdeutlicht die Kraft unseres Gebetes und Einsatzes für andere.

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

(nachträglich) zum Aschermittwoch

Blumenschmuck

Blumenschmuck in der Jugendkirche München; (c) C. Ruoff, 2013

Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn du Almosen gibst, laß es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, daß sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht,
damit die Leute nicht merken, daß du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

/Matthäus 6,1-6.16-18./
(aus der liturgischen Übersetzung)

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Liebt einander!

(Joh 13,34)
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