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Gedanken

Das große Wunder in kleinen Taten

Heute hören wir hier in Bayern am Festtag der Patrona Bavariae als Evangelium die Szene von der Hochzeit in Kanaa, bei der Jesus sein erstes öffentliches Wunder tut. (vgl. Joh 2,1-11)

Besonders angesprochen hat mich heute vormittag, wie Jesus zu den Dienern sagt:

Füllt die Krüge mit Wasser! (Joh 2,7)

Jesus trägt den Dienern nicht etwas Großartiges oder Einmaliges auf, sondern etwas geradezu Banales. Sie sollen die Krüge mit Wasser füllen. Aber es fehlt doch an Wein und nicht an Wasser, mag vielleicht der eine oder andere der Diener gedacht haben. Ja, es scheint ziemlich verrückt und unlogisch die Krüge mit Wasser zu füllen. Und es ist eben ein fast alltäglicher Auftrag. Und doch wird Jesus gerade damit ein Wunder tun.

Ein Gedanke, der mir heute bei diesen Worten Jesu kam:
ist es nicht auch bei uns so, dass Jesus nichts außergewöhnliches von uns fordert? Auch ich soll im Vertrauen auf das Wirken Gottes und im Vertrauen auf Jesus das Alltägliche und scheinbar Verrückte (weil fast banal) tun. Und Er kann und wird gerade damit Größeres schaffen. Wir sind eingeladen und aufgefordert das Alltägliche, Einfache, Unscheinbare zu tun im Vertrauen darauf, dass Er selbst das Wunder wirken wird.

Feindesliebe

 “Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.”  /Lk 6,27-28/

In der heutigen Betrachtung lesen wir die Stelle, in der Jesus sehr eindrücklich und sehr konkret zur Feindesliebe aufruft. (vgl. Lk 6,27-36)

Als Impuls zur Perikope schreibt P. Winfried unter anderem:

Feindesliebe ist konkret. Es geht darum, unabhängig vom bösen und ungerechten Verhalten des anderen zu sein, ihm Gutes zu tun, ihn zu segnen und ehrlich für ihn zu beten…

Mir fällt hier auf, dass es darum geht, dass meine Liebe unabhängig ist vom Verhalten des anderen. Jesus fordert, dass wir allen Gutes tun, alle segnen und für alle beten ganz gleich wie der andere sich benimmt oder wie wir ihn sehen.

Dazu fällt mir eine Redensart der Geistlichen Familien vom Heiligen Blut ein:

als Erstes lieben
alle lieben
lieben bis zum Blut

Darum geht es auch hier. Alle lieben – bis zum Blut, das heißt bis es schmerzt, bis zur Grenze der Sünde.

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

“Da ging er in sich”

“Da ging er in sich.” /Lk 15,17/

Heute möchte ich hier ein paar Gedanken zum kommenden Sonntagsevangelium aufschreiben, das wir gestern Abend gemeinsam betrachtet haben.

Rückkehr des verlorenen Sohnes
(Rembrandt, 1668)

Am Sonntag werden wir das Gleichnis ‘vom barmherzigen Vater’ (bekannter unter dem Titel ‘vom verlorenen Sohn’) hören. Es ist ein langer Abschnitt, in dem erzählt, dassder jüngere Sohn sich sein Erbteil ausbezahlen lässt, dies verschwenderisch mit allen weltlichen Freuden durchbringt und schließlich in einer Zeit der Hungersnot sich als Schweinehirt durchschlägt. Als er am tiefsten Punkt angekommen war, “da ging er in sich” – so heißt es im Lukasevangelium. Er hält inne und erkennt, dass er vieles falsch gemacht hat. Er sieht den Scherbenhaufen seines Lebens, sein ganzes Elend. Er beschließt daraufhin zu seinem Vater zurückzukehren, wo er es gut hatte, und ist bereit dort als ein einfacher Tagelöhner zu arbeiten, da er sich nicht mehr für würdig hält Sohn zu sein. Also, kehrt er heim und bittet den Vater um Vergebung. Der wiederum hat ihn schon sehnsüchtig erwartet und läuft ihm mit offenen Armen und einem liebenden Herz entgegen, als er seinen Sohn zurückkehren sieht. Der Vater lässt voll Freude das Mastkalb schlachten, den Sohn wunderschöne Gewänder ankleiden und ein gewaltiges Fest veranstalten. Er freut sich aus ganzem Herzen, dass sein geliebter Sohn heim gekommen ist. Da ist aber noch der ältere Bruder, der diesen ganzen Aufstand nicht verstehen kann und will. Auch ihm kommt der Vater entgegen und erklärt ihm, dass doch alles was ihm (dem Vater) gehört, auch ihm, seinem Sohn, gehört. Doch der Sohn kann mit seinem eifersüchtigen und harten Herzen die Worte seines Vaters nicht annehmen und sich nicht  freuen. [Offen bleibt, was der ältere Sohn nach den Worten des Vaters macht.] (vgl. Lk 15, 1-3.11-32)

Eine wohlbekannte Geschichte. Ich habe gemerkt, dass ich versucht bin, dann nur noch mit halbem Ohr und weniger Aufmerksamkeit zuzuhören. Doch dieser eine kleine Teilsatz hat mich beschäftigt:

“Da ging er in sich.” /Lk 15,17/

Das Innehalten, das In-Sich-Gehen, das Sich-Eingestehen seiner Schwachheit – das ist der Wendepunkt im Gleichnis vom barmherzigen Vater. Es steht am Anfang der Umkehr, der Heimkehr zum Vater.

Besinnen – das steht auch am Anfang einer jeden Beichte, genau genommen am Anfang der Beichtvorbereitung. Für mich ist dieser Satz wie ein Baustein hin zum Sakrament der Versöhnung. Bereits in den letzten Tagen haben mich Worte berührt, die auf dieses Sakrament hindeuten, die mich einladen mich von Gottes Barmherzigkeit beschenken zu lassen. Auch dieses Gleichnis lädt mich erneut und besonders eindrücklich dazu ein.

Es ist wohl kein Zufall, dass mir eben gestern Abend – schon nach der Bibelbetrachtung – ein Text in die Hände fiel, wo es um das Sakrament der Versöhnung und die 5 “B” der Beichtvorbereitung geht.

Besinnen
Bereuen
Bekennen
Büßen
Bessern

(Der Text ist aus der Minicat-Reihe der Pfarrei St. Bartholomäus, Aufhausen als Beitrag zur Glaubensvertiefung im Jahr des Glaubens.)

“Denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt”

“… denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.” /Lk 19,44/

In der heutigen Betrachtung (3. Dienstag) sieht Jesus auf Jerusalem. Während er mit den Jüngern der Stadt immer näher kommt, weiß er bereits, was sich dort ereignen wird, wie sich der Plan Gottes vollenden wird. Jesus sieht die Stadt und weint, da die Menschen seiner geliebten Heimat die Gnade Gottes ablehnen. (vgl. Lk 19,41-44)

“… denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.” /Lk 19,44/

Dieser Satz hat mich heute in der Betrachtung getroffen. Ich habe mich ganz persönlich angesprochen gefühlt. Ja, ich habe die Zeit der Gnade nicht erkannt. Wir leben doch auch jetzt in einer Zeit der Gnade. Wir warten auf das Kommen Jesu und gerade jetzt in diesen Wochen bereiten wir uns in der Fastenzeit auf den Tod und die Auferstehung Jesu vor. Es ist eine Zeit der Gnade. Und was mache ich daraus?

Für mich ist dieser eine Satz des heutigen Abschnittes ein Aufruf zur Umkehr. Wie kann ich Jesus eine Freude machen? Wie kann ich diese Gnade, die Gott mir schenken möchte, wahrnehmen? Hier werde ich aufgerüttelt und eingeladen mich im Sakrament der Buße und der Versöhnung von Gott mit seiner überreichen Gnade und Barmherzigkeit beschenken zu lassen. Und für mich persönlich ist es auch die Einladung mich neu auf den Glauben an Christus einzulassen. IHN in mein Leben zu lassen.

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

P. Winfried Wermter: Jesus kennen und lieben lernen

Betrachtungen in der Fastenzeit:
2. Montag: Jesus heilt einen Gelähmten
- 2. Dienstag: Sturm auf dem See
2. Mittwoch: Jesus befreit den Besessenen von Gerasa
3. Dienstag: Jesus weint
4. Montag: Feinesliebe

In der Zwischenzeit

Seit meinem letzten Eintrag sind historische Stunden und Momente vergangen. Papst Benedikt XVI. ist zurückgetreten. Schon bei der Bekanntgabe schlug diese Nachricht ein wie eine Bombe. Auch ich war in diesen Tagen mit den ergreifenden Momenten seines Abschiedes nach Castel Gandolfo beschäftigt. Selbstverständlich haben wir uns hier gemeinsam am großen Bildschirm die letzte Generalaudienz und die Verabschiedung von den Kardinälen angeschaut sowie am Abend schließlich die Abfahrt von Rom und die Ankunft in Castel Gandolfo.

Ich muss gestehen, dass mich dieser “Hype” um “das letzte Mal das und das letzte Mal jenes” anfangs etwas gestört hat. Aber nachdem ich nun eben seinen so bescheidenen und demütigen Abschied verfolgt habe, kann ich sagen, dass er mir in seiner stillen, einfachen Art in diesen Tag im Herzen viel näher gekommen ist als zuvor. Nicht, dass mich Papst Benedikt XVI. so gar nicht interessiert hätte oder für mich total egal gewesen wäre. Aber irgendwie spüre ich seit seinem Abschied eine größere Verbundenheit.

Gerne möchte ich mich jetzt neu und vertiefter mit seinen Werken, die er uns hinterlassen hat, beschäftigen. Ich spüre neu, welch großer Schatz hier noch für mich zu heben ist. Zumal ich in letzter Zeit wieder neu meinen Glauben hinterfrage. Da scheint mir Benedikt XVI, durch seine Art Glaube und Vernunft zusammenzubringen eine große Quelle zu sein, aus der ich schöpfen darf, um den Glauben an Christus neu zu entdecken.

Danke, Papa emerito, für deine Art uns immer und immer wieder neu auf Christus und sein Wort zu verweisen!

Unter anderem auch wegen dieser Ereignisse kam ich also zum Ende der vergangenen Woche nicht mehr zu den Betrachtungen zur Fastenzeit. Zu vieles andere hatte mich beschäftigt.Stattdessen möchte ich an dieser Stelle das eine oder andere teilen, was mich in dem Reigen der Rückblicke und Danksagungen besonders angesprochen hat.

Zum einen das schöne digitale “Fotoalbum” zum Pontifikat von Papst Beneditk XVI. auf der Seite des Vatikan, das man hier anschauen kann: http://www.vatican.va/bxvi/omaggio/index_ge.html

Und zum zweiten den bewegenden “Abschiedsbrief” der Redaktion von katholisch.de. Es lohnt sich ihn zu lesen:
http://www.katholisch.de/de/katholisch/themen/kirche_2/130228_papst_ruecktritt_brief_katholisch_de.php

Nun befinden wir uns also in der Zwischenzeit zwischen Benedikt und … (wir werden sehen)

“Wie heißt du?”

Zur heutigen Betrachtung möchte ich noch einen zweiten Post hinzufügen. In der Perikope über die Befreiung des Besessenen von Gerasa (vgl. Mk 5,1-17) frägt Jesus den Dämon: “Wie heißt du?” (Mk 5,9)

Diese Frage erinnert auch daran, wie viel Macht im Namen steckt. Ein Name, das ist nicht nur irgendeine x-beliebige Bezeichnung. Nein. Der Name ist mehr. Er verrät auch etwas über die Eigenschaft. So hat es Macht, wenn der Dämon mit seinem Namen angesprochen werden kann. Und wie viel mehr Kraft und Macht steckt dann im Namen Gottes.

Unter dem Titel “Ich habe dich beim Namen gerufen” (Jes 43,1) hat einmal P. Karl Wallner OCist vom Stift Heiligenkreuz einen hervorragenden Vortrag zur christlichen Namensgebung gehalten. Es lohnt sich diesen Vortrag einmal anzuhören. Ich habe dabei vieles neu verstanden, unter anderem warum der Name Gottes und auch der Name einer Person so wichtig ist. Hier also der Vortrag, der von Radio Horeb am 10.11.2011 in der Reihe “Spiritualität” gesendet wurde:

(Quelle: http://www.horeb.org/xyz/podcast/spiri/2011-11-10_sp.mp3)

“Den Weg des Glaubens verstehen”

Nach einer längeren ungeplanten Blogpause und reichlich verspätet möchte ich heute den Vortrag “Den Weg des Glaubens verstehen” von Pfr. Klemens Armbruster empfehlen, den er im Rahmen des Studientages Neuevangelisierung im Priesterseminar Augsburg (19.01.2013) gehalten hat.

Ich kann nur sagen: “Ein wunderbarer, tiefgründiger und zu gleich unterhaltsamer Vortrag!” Wirklich sehr empfehlenswert ihn anzuhören. Pfr. Klemens Armbruster hat hier vieles von dem beschrieben und mit Informationen untermauert, was schon seit mehreren Jahren auch meine Meinung ist: es braucht Angebote, mit denen Erwachsene(!) neu an den Glauben herangeführt werden – Wege erwachsenen Glaubens.

(Quelle: http://www.horeb.org/xyz/podcast/s_event
/2013-01-19_Studientag_zur_Neuevangelisierung_Vortrag_Armbruster.mp3)

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(Joh 13,34)
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