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Gedanken

Ich glaube… – Ich glaube ‘an’…

Hier mein neuester Artikel zum Jahr des Glaubens (in voller Länge):

Es heißt nicht: ‘Ich glaube an die heilige Kirche’, ‘an die Nachlassung der Sünden’, ‘an die Auferstehung des Fleiches…’ Bei den Ausdrücken, durch die der Glaube über die Gottheit bestimmt wird, heißt es: ‘Ich glaube an Gott den Vater, an Jesus Christus seinen Sohn und an den Heiligen Geist.’ Bei den übrigen Glaubenssätzen aber, wo nicht von der Gottheit, sondern von den Geschöpfen und den Geheimnissen die Rede ist, wird das Wörtchen ‘an‘ nicht beigefügt: es wird also nicht gesagt ‘an eine heilige Kirche’, sondern ‘eine heilige Kirche’ sei zu glauben, nicht so, wie Gott geglaubt wird, sondern als die für Gott versammelte Gemeinschaft… Durch Setzung des Wörtchens ‘an‘ wird der Schöpfer von den Geschöpfen unterschieden, das Göttliche vom Menschlichen getrennt.
/Rufinus von Aquileja/
(aus: Heilmann, Alfons (Hrsg.): Texte der Kirchenväter – Band IV, München, 1964, S. 63)

Diesen Text aus der Patristik habe ich vor ein paar Tagen gelesen. Mir ist dadurch dieser feine Unterschied zwischen ‘ich glaube an …’ und ‘ich glaube…’ das erste Mal aufgefallen. Als ich wegen einer anderen Frage einen Blick in den Youcat warf, fiel mir genau das erneut auf. Dort steht beispielsweise auf S. 93 ‘Ich glaube… die Vergebung der Sünden’ und ‘Ich glaube… die Auferstehung der Toten’.

Trotz der Interpretation des Rufinus von Aquileja wie oben zitiert tue ich mich noch schwer mit dieser neuen Entdeckung. Zu gewohnt ist es wohl, dass dem Verb ‘glauben’ in der Regel ein ‘an’ folgt. Da kann man dann im Alltag und in der säkularen Welt an alles Mögliche und Unmögliche glauben: an den Weihnachtsmann, an den Weltuntergang, an die Selbstheilung der Natur… und aber vor allem anderen an Gott den Vater, an Jesus Christus und an den Heiligen Geist. Ich bin also überzeugt davon, dass es das gibt oder dass das eintriff, woran ich glaube.

Nun, dann kann man noch sagen ‘ich glaube dir’. Ich glaube einer Person oder einem Umstand. Da kann man den Nachrichten und Vorhersagen ‘Glauben schenken’ oder dem Nachbarn und Freunden glauben. Ich schenke dann also demjenigen oder der Sache mein Vertrauen.

Aber was beschreibt die Formulierung ‘ich glaube … die Auferstehung der Toten’ oder ‘ich glaube … die heilige katholische Kirche’. Ich kann es tatsächlich noch kaum fassen, worin hier konkret der inhaltliche Unterschied zu ‘ich glaube an die heilige katholische Kirche’ liegt. Bleibt es dann eher eine formale, eine orthographische Absetzung zwischen Schöpfer und Geschöpf?

Zur Erfassung der Tiefe dieses feinen Unterschiedes braucht es wohl noch eine weitergehende persönliche Betrachtung, die zu einem anderen Zeitpunkt fortgesetzt werden wird – dann wohl eher im Verborgenen.
Wie versteht ihr denn diese sprachliche Unterscheidung? Habt ihr eine Idee dazu? Kann mir hier jemand weiterhelfen?

Hier noch eine gute Ausführung von sophophilo auf diesen Post im Blog zum Jahr des Glaubens hin. Sehr lesenswert! Vielen Dank.

Religionsfreie Zone?

Beim Surfen bin ich eben auf diese Seite gekommen. Besonders interessant finde ich ja, dass die Leute eine “religionsfreie Zone” wollen, sich aber erstaunlich viel mit den kirchlichen Ereignissen beschäftigen.

Das bestätigt meine Vermutung, dass viele gegen die Kirche und alles, was danach aussieht, verfolgen ‘müssen’, weil sie vielleicht doch im Innersten spüren, dass hier die Wahrheit und die Erfüllung der eigenen Sehnsucht nach dem Sinn des Lebens verborgen ist.

Sonst könnten doch Atheisten die kirchlichen Ereignisse und Aussagen der Kirche einfach ignorieren. Oder etwa nicht?
Es ist  ja überhaupt niemand gezwungen der kirchlichen Lehrmeinung zu hören oder gar zuzustimmen. Wer will, kann den Papst und die Bischöfe reden lassen, was sie wollen. Oder doch nicht?
Trifft es vielleicht doch die eigenen Sehnsüchte mehr als man zugeben möchte…?

Neues Feuer braucht das Land

Wie in meinem letzten Post berichtet, darf ich derzeit wieder besonders erfahren, wie viel Power im Glauben steckt. Und in der einen oder anderen ruhigen Minute mach ich mir da dann so meine Gedanken…

Wenn man einen Blick in die Medien wirft – ich meine da jetzt nicht nur die einschlägige Presse, sondern auch Blogs und Social Media – scheint sich in der katholischen Kirche in Deutschland alles nur um die klassischen Reizthemen und Kirchenpolitik zu drehen. Da stehen Dialog und Reformen mit dem Für und Wider im Zentrum. Die einen sind nicht katholisch genug, die anderen nicht liberal genug…

Ein Lehrvortrag einer amerikanischen freikirchlichen Gemeinde, den ich heute gehört habe, hat mir da einen Denkanstoß gegeben. Da sprach der Pastor unter anderem von der Art der Führung eines geistlichen Leiters. Eine Frage, die hilft zu unterscheiden, ob es ein Leiter ist, dem ich folgen sollte, ist (ich versuche es in eigenen Worten wiederzugeben): “Führt er mich zu Jesus oder zu sich selbst? Stellt er sich in den Mittelpunkt oder tritt er hinter Jesus zurück?”

Ich habe den Eindruck, dass dies ein Punkt ist, an dem wir uns selbst und denjenigen, den wir als unser geistliches Vorbild nehmen, hinterfragen sollten. Führt mich diese Person zu Jesus? Spricht sie von Ihm? Wie spricht sie von Ihm? Wie spreche ich selbst über Gott zu anderen? Führe ich die anderen zu Jesus oder führe ich sie eher weg von Ihm?

Wenn bei Themen, die die Kirche betreffen, kein einziges Mal danach gefragt wird, was Jesus dazu verkündet hat, was die Lehre der Kirche ist, wenn nicht danach gefragt, was Gottes Wille in dieser Angelegenheit ist, ja dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier ein schlechter Hirte unterwegs ist, der mich von Jesus wegführt statt zu Ihm hin.
Wenn bei diesen Themen der Blick auf das Wesentliche der christlichen Berufung, des christlichen Auftrages verloren geht, wenn das Gebet und damit die Beziehung zu Gott unter den Tisch fällt, ja dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass hier schlechte Hirte unterwegs sind.
Wenn Christen nur noch jammern und klagen darüber, was alles nicht richtig läuft und wie schlecht es der Kirche geht, wenn Christen sich gegenseitig mit Worten schlagen und entwürdigen, weil der andere scheinbar nicht das ‘Richtige’ glaubt, wenn das Negative die Gedanken bestimmt, ja dann drängt sich mir der Verdacht auf, dass das Zentrum – Jesus – aus dem Blick verloren wurde, dass schlechte Hirten unterwegs sind.

Im Kontakt mit freikirchlichen Brüdern und Schwestern (siehe hier), der für mich ein neues Feld ist, kann ich schon eines als deutlichen Unterschied festmachen. Hier herrscht nicht die Atmosphäre des Wehklagens und Jammerns, sondern der Freude und Dankbarkeit für all das, was ER uns im Alltag schenkt. Schwierigkeiten und Unklarheiten wird mit dem spontanen Gebet begegnet. ER steht im Mittelpunkt, von dem alles Tun ausgeht. Und es wird Gemeinschaft direkt erfahrbar. In IHM sind wir eins und haben die Kraft IHN zu verkünden und in die Welt hinauszutragen.

Wenn die Kirche aus ihrer Griesgram-Ecke wieder rauskommt, wenn sie den Geist Gottes wirken lässt und wir, die Glieder des Leibes Christi, neu mit Freude und ohne Furcht unseren Glauben bezeugen, wenn wir die Liebe leben und durch unser Leben die Frohbotschaft Jesu Christi verkünden, dann wird die Kirche strahlen, neu Menschen erreichen und für Jesus begeistern. Ja, dann wird die Kirche wieder kraftvoll werden, weil sie nicht von sich ausgeht, sondern von ihrem Haupt, Jesus Christus. Wenn ER allein wieder im Zentrum steht und wir unser Leben an ihm ausrichten, dann werden wir in Seinem Licht leuchten.

Das lässt sich ganz leicht beobachten. Wo Menschen ihren Glauben authentisch leben und durch ihr Leben Zeugnis von der Liebe Gottes geben, dort werden andere Menschen angezogen, dort blüht neues Leben auf. Wo Gemeinschaften, Gebetskreise, Gruppierungen… sich auf Jesus ausrichten und nach dem Willen Gottes fragen, dort finden Menschen zu Jesus, dort wird in jungen Leuten eine Begeisterung und Liebe für Christus entfacht und gestärkt, dort wachsen Berufungen. Wo die Freude am Glauben und Gemeinschaft zu spüren ist, dort fühlen sich Menschen zu Hause.

Wie zeigt sich diese Kraft, die in unserem Glauben steckt, in der Kirche, in der Pfarrgemeinde, im Alltag…? Können andere Menschen etwas von meiner Freude am Leben und der Liebe Gottes erfahren, wenn sie mir begegnen? Zeigt sich in der Heiligen Messe meine Liebe zu Christus so, dass andere sie auch spüren und erleben können? Ist mein Leben ein lebendiges Evangelium, in dem meine Mitmenschen die Botschaft Jesu Christi lesen können?

Papst Benedikt hat uns das Jahr des Glaubens geschenkt, das uns hilft durch die Beschäftigung mit der Lehre der Kirche unsere Beziehung zu Christus zu erneuern und zu vertiefen. Zur Erneuerung der Kirche braucht es zuerst unsere persönliche Erneuerung und Umkehr und schließlich glaubwürdige Zeugen der Liebe Gottes. Es braucht Herzen, die mit dem Feuer der Liebe brennen. Neues Feuer braucht das Land.

Wer glaubt, ist nie allein!

Seit gestern der Gemeinschaftsblog zum Jahr des Glaubens online gegangen ist, war hier in der Blogoezese schon einiges los. Hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier … und sicher auch an anderen Stellen wurde und wird bereits für dieses Projekt und das Jahr des Glaubens geworben.

Ich bin gespannt, was dort so alles im Laufe des kommenden Jahres zu lesen, sehen oder auch hören sein wird. Vor wenigen Augenblicken habe ich jedenfalls auch schon einen kleinen Beitrag geleistet. Mit einem Artikel habe ich mich eben unter die Blogautoren eingereiht.

Unter dem Titel “Wer glaubt, ist nie allein!” (so wie der Titel dieses Posts) beschäftige ich mich zwar nicht mit dem Aspekt der Glaubensgemeinschaft, vielmehr bringe ich 3 Bibelstellen, über die ich gestern gestolpert bin und die ich gerne im Rahmen des Gemeinschaftsblogs teilen wollte.

Und hier könnt ihr meinen Beitrag in voller Länge lesen:

Dieses Motto der Apostolischen Reise Papst Benedikts 2006 in seine bayrische Heimat, passt meiner Meinung nach auch sehr gut zum bald beginnenden Jahr des Glaubens. Deshalb möchte ich mich unter diesem Titel mit einem Eintrag, der weniger philosphisch gehalten sein wird, in die Reihe der Blogautoren einreihen.

Den Katechismus hat uns Papst Benedikt in seinem Apostolischen Schreiben zum Jahr des Glaubens als “wertvolles und unentbehrliches Hilfsmittel” ans Herz gelegt, “um zu einer systematischen Kenntnis der Glaubensgeheimnisse zu gelangen” (Porta fidei, Nr. 11).
“Der Katechismus (…) ist eine Darlegung des Glaubens der Kirche und der katholischen Lehre, wie sie von der Heiligen Schrift, der apostolischen Überlieferung und vom Lehramt der Kirche bezeugt oder erleuchtet wird” – so hat es Papst Johannes Paul II. 1992 in dem Apostolischen Schreiben ‘Fidei Depositum’ zur Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche gesagt.

Da ich an einem Nebenschauplatz von der Sorge las, dass hier die biblischen Texte zu kurz kommen könnten, wenn zu sehr auf den Katechismus geschaut wird, möchte ich verweisend auf die oben zitierte Aussage von Papst Johannes Paul II. in diesem Post besonders ein paar wenige Blitzlichter aus der Heiligen Schrift aufgreifen.

Und diese Blitzlichter sind in keinster Weise irgendwie mit besonders theologischen Gedanken herausgegriffen worden. Sondern im Gegenteil. Ich bin gestern, als ich eigentlich für ein anderes Thema Bibelstellen gesucht hatte, darüber gestolpert. So sind die folgenden Gedanken eher eine Frucht des Schreibens. Da ich einfach finde, dass sie gerade zum Thema Glauben passen und zum Nachdenken anregen, möchte ich diese Bibelstellen hier teilen:

So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.
(Eph 4,13)

Was soll man dazu groß sagen. Ich meine, das trifft es sehr gut auf den Punkt, braucht aber wohl noch eine persönliche Betrachtung.
“Einheit im Glauben” und “Erkenntnis des Sohnes Gottes” – das ist es doch, worum es im Jahr des Glaubens geht, “damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen” – in anderen Worten, damit wir Christus werden, auf den wir bereits getauft wurden.

Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen.
(Eph 6,14-16)

Hier ruft Paulus zum Kampf auf – zum Kampf mit der Rüstung Gottes, die aus dem Gürtel der Wahrheit, dem Panzer der Gerechtigkeit, den Schuhen der Kampfbereitschaft und dem Schild des Glaubens besteht. Der Glaube ist unser Schild im Kampf mit den Mächten der Finsternis. Sorgen wir also für unsere Rüstung und legen wir sie an, damit wir “am Tag des Unheils standhalten, alles vollbringen und den Kampf bestehen (können)” (Eph 6,13).

Fragt euch selbst, ob ihr im Glauben seid, prüft euch selbst!
(2 Kor 13,5)

Auch diese Aufforderung des Heiligen Paulus passt zum Jahr des Glaubens. Gerne möchte ich diese besondere Gelegenheit zum Anlass nehmen, meinen eigenen Glauben – mein Glaubenswissen und mein Glaubensleben – hinterfragen zu lassen und neu unter die Lupe zu nehmen, um dadurch zur Erkenntnis des Sohnes Gottes und zur Einheit des Glaubens (vgl. Eph 4,13) zu kommen.

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

 

“Hat der Herr jemals an einer Stelle des Neuen Testaments verheißen, daß seine Anhänger eine große, prächtige, einflußreiche und mächtige Weltreligion sein werden? Hat Er nicht deutlich gesagt: ‘Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen (Joh 15,20).’ Dann ist da noch das Wort: ‘Fürchte dich nicht, du kleine Herde (Lk 12,32).’ Eines lehrt uns jedenfalls die Kirchengeschichte: Immer wenn die Kirche äußerlich klein und schwach war, dann war sie innerlich stark und imstande, eine große Zahl von Martyrern und Bekennern und andere Heiliger hervorzubringen. Immer jedoch, wenn die Kirche äußerlich zahlreich, mächtig und reich war und ihre Mitglieder sich kaum noch von ihrer nichtchristlichen Umwelt unterschieden, dann traf auf sie das Wort Jesu zu: ‘Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es dann salzen? Es taugt zu nichts weiter, als daß es hinausgeworfen und von den Menschen zertreten wird (Mt 5,13).’ ” (s. 361-362)
(‘Reichtum für alle – Die Bedeutung der ostkirchlichen Spiritualität für das westliche Christentum’ – Vortrag von P. Dr. Gregor Hohmann OSA, gehalten in Salzburg am 06.10.1999, anlässlich der 75-Jahr-Feier der Catholica Unio; In: Der christliche Osten, 1999/6, S. 361-368)
– Den gesamten Vortrag kann man hier nachlesen.

Dieser Gedanke könnte heute angesichts der aktuellen Situation formuliert worden sein. Tatsächlich hatte P. Dr. Gregor Hohmann OSA das bereits vor 13 Jahren gesagt. Aber es muss auch heute immer wieder gesagt werden… Mit den Worten des Heiligen Paulus klingt das so:

Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.”
(2 Kor 12,10)

Es ist wohl Zeit, dass die Kirche in Deutschland wieder äußerlich schwach und arm wird, um erneut die Kraft des Glaubens entfalten und den Schatz, den sie in sich birgt, heben zu können.

 

Im Herzen der Kirche die Liebe sein

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
(1 Kor 13,1-13)

Quelle: Commons Wikipedia

Mit den Brüdern und Schwestern von Jerusalem freue ich mich auf die Ankunft der Reliquien der Hl. Thérèse von Lisieux hier in Groß St. Martin. Diese Perikope aus dem Brief an die Korinther, den wir heute in der Heiligen Messe hören werden, passt so gut wie kaum ein anderer Text zur kleinen Thérèse, die selbst einmal sagte:


Im Herzen der Kirche, meiner Mutter,
werde ich die Liebe sein,

so werde ich alles sein!

 

Bei der Auslegung der Bibelstelle durch einen Bruder beim Mittagsgebet hat mich ein Gedanke besonders angesprochen. Ich versuche ihn in eigenen Worten wiederzugeben:

Ohne die Liebe ist alles, wirklich alles (auch die Bräuche der Kirche, die Liturge… mein Tun, mein Denken…) nichts. Das Wesen des Christentum lässt sich nur von der Liebe her verstehen.

Ich musste an die endlosen Diskussionen denken, durch die versucht wird die Kirche zu reformieren und die doch nur Spaltung und Uneinigkeit hinterlassen. Hier in diesem Abschnitt ist -meiner Meinung nach- die Antwort auf die Frage, wie die Kirche wieder lebendig, anziehend, modern… sein kann:

Lieben

- und zwar nicht nach dem Motto “Sex, Drugs and Rock ‘n’ Roll”, sondern so wie Jesus uns geliebt hat.
Wie diese Liebe ist, beschreibt Paulus sehr eindrücklich:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.

Wie ist unsere Liebe? Gehen wir als Jünger Jesu mit gutem Beispiel voran?
Lieben wir Gott, den Mitmenschen, die Kirche…, so wie er uns geliebt hat?

Hl. Thérèse von Lisieux, bitte für uns!

Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Erziehung ohne Liebe macht widerspruchsvoll.
Klugheit ohne Liebe macht gerissen.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht gewalttätig.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.
Leistung ohne Liebe macht brutal.
Urteilsfähigkeit ohne Liebe macht unweise.
Wahrheit ohne Liebe macht eitel.
Können ohne Liebe macht egoistisch.
Eifer ohne Liebe macht eifersüchtig.
Vergebung ohne Liebe macht nachtragend.
Erfolg ohne Liebe macht einsam.
Leiden ohne Liebe macht bitter.
Überlegenheit ohne Liebe macht ironisch.
Spontaneität ohne Liebe macht unduldsam.
Gehorsam ohne Liebe macht sklavisch.
Leben ohne Liebe ist sinnlos.
(Günther Lazik)

O crux, ave spes unica! – Fest Kreuzerhöhung

Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten
:
für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.
(1 Kor 1,22-24)

(c) C. Ruoff: St. Crucis, Erfurt. 2012.

Zur Feier des Tages, an dem dieser Blog sozusagen Namenstag ‘feiert’, ein Bild des Altarbildes von St. Crucis in Erfurt. Die Kirche St. Crucis, die zur Pfarrei St. Wigbert gehört, ist die einzige Kirche Erfurts, die im Innenraum komplett im Barockstil ausgestattet ist. Es gibt dort sogar eine Barockorgel. Die übrigen Kirchen sind vorrangig romanisch und/oder gothisch.

Außerdem habe ich einen alten Beitrag vom Start des Blogs hervorgeholt:

“O Crux, ave spes unica – Sei gegrüßt, du heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung.”
Auf der Suche nach einem schönen und zugleich zu mir passendem Namen für diesen Blog, bin ich auf diesen hier “o crux, ave spes unica” gekommen. Dieses Stoßgebet – so könnte man es bezeichnen – benennt sehr zutreffend, worauf wir Christen unsere Hoffnung setzen sollen. Nämlich: allein auf das Kreuz, also auf Jesus Christus, der für uns den Tod am Kreuz erlitten hat. Erst heute [20.10.2010] haben wir im Evangelium gehört:

“Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.”
(Lk 9,23)

Nur auf Ihn sollen wir unsere Hoffnung setzen und mit unserem Kreuz nachfolgen. Er wird uns dabei begleiten, weil Er schon vorangegangen ist.
“O Crux, ave spes unica – Sei gegrüßt, du heiliges Kreuz, unsere einzige Hoffnung.”

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Liebt einander!

(Joh 13,34)
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